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wknD Interview mit Malik Müller

Dwight Howard, Lebron James, Chris Paul und jetzt auch Malik Müller. Doch was hat der 16-jährige Deutsche, der mit der U17-Nationalmannschaft gerade bei der Weltmeisterschaft durchstartet, in den Reihen dieser NBA-Superstars verloren? Richtig! Müller spielte wie seine Vorgänger, die inzwischen zu NBA-All-Stars gereift sind, beim Jordan Brand Classic Turnier im New Yorker Madison Square Garden ganz groß auf. 21 Punkte, fünf Rebounds, drei Steals und zwei Blocks standen am Ende für den U17-Nationalspieler zu Buche. Die logische Konsequenz: Die MVP Trophäe und Einträge in die Notizbücher zahlreicher NBA-Scouts. Mit wknD sprach er über sein ruhmreiches Spiel im Madison Square Garden und was dies für seine basketballerische Entwicklung bedeutet, seine Ziele bei der WM und natürlich die Quote:

wknD: Malik, was für ein Gefühl war es im ruhmreichen Madison Square Garden zu spielen und am Ende auch noch als MVP ausgezeichnet zu werden? 

Malik Müller: Schon alleine, dass ich ausgewählt worden bin und dann auch im Madison Square Garden spielen durfte war für mich eine riesige Sensation. Es wird ja gesagt, dass er das Mekka des Basketballs ist und das ist wirklich so. Es ist ein unglaubliches Gefühl gewesen. Ich bin in die Halle reingekommen und es war echt der Wahnsinn. Wenn man das mit deutschen Hallen vergleicht, ist das wirklich nichts dagegen. Ich war am Anfang total nervös und habe auch meine ersten zwei Schüsse nicht getroffen, aber nachdem mein erster Dreier gefallen war, ist es dann immer besser gelaufen. Ich habe einfach keine Scheuklappen mehr vor den Augen gehabt und nur noch den Korb und meine Gegner gesehen. Am Ende als MVP ausgezeichnet zu werden war natürlich eine große Ehre für mich.

 War es das geilste Spiel Deiner Karriere?

Ich weiß nicht. Für mich persönlich was es natürlich ein tolle Erfahrung. Es als das geilste Spiel meine Karriere zu bezeichnen fällt mir deshalb ziemlich schwer, weil es irgendwie doch besser ist mit seiner eigenen Mannschaft einen Titel zu gewinnen. Ich glaube, nach einer langen Saison einen Titel zu gewinnen hat dann doch noch einen höheren Stellenwert. Es geht ja nicht nur darum, dass ich gut spiele, sondern auch um was es dabei sonst noch geht. Eigentlich war das Jordan Brand Classic nur ein Showplatz um sich zu zeigen und um zu schauen wo man international steht. Das habe ich da auch gemacht. Trotzdem war das Jordan Brand Classic eine supergeile Sache für mich und ist definitiv in meiner Top 5.

 Was gibt Dir dieser Erfolg in Bezug auf die Nationalmannschaft und die WM?

Ich habe sehr viel Erfahrung gesammelt. Erstmals habe ich vor einem so großen Publikum gespielt und das hat mir deswegen sehr viel gebracht, weil ich jetzt nicht mehr so viel Nervosität vor einem Spiel verspüre, wenn ich merke, dass die Halle richtig voll ist. Einerseits ist es natürlich krass zu wissen, dass ich vielleicht zu den Top Ten in Europa gehöre. Andererseits ist der Druck natürlich sehr hoch, weil jetzt jeder viel von mir erwartet, etwas von mir sehen möchte und weiß, ich war MVP und muss jetzt bestimmte Leistungen erfüllen. Deshalb ist es ein zweischneidiges Schwert, aber im Großen und Ganzen ist doch alles super gewesen. 

Was sind Deine Ziele zum Ende dieser Saison, insbesondere im Hinblick auf die U17 WM? Beim Albert Schweitzer Turnier lief es ja schon richtig gut für euch!

Bei der Weltmeisterschaft werde ich mir die größte Mühe geben mich gut zu präsentieren und Deutschland in der Welt gut zu repräsentieren. Ein Platz unter den ersten fünf ist dort mein Ziel. Dann habe ich erstmal Ferien, aber auch in dieser Zeit werde ich ein paar kleine Turniere spielen und individuell weiter an mir arbeiten. 

Was hältst Du, als junger, potentieller Bundesligaspieler, von den Quotierungen in der BBL bezüglich deutscher Spieler?

Ich finde, es müsste noch mehr deutsche Spieler in der BBL geben. Letztendlich ist es ja auch die deutsche Basketball Bundesliga und nicht die amerikanische oder irgendeine andere Liga. Natürlich möchte jede Mannschaft die beste sein und holt sich deshalb die besten Spieler. Trotzdem glaube ich, dass wir in Deutschland genug Talente haben, die sich da durchsetzen könnten. Denen sollte auch die Chance gegeben werden ihr Talent zu zeigen.

Welche Quotierung hältst Du für sinnvoll? Muss man durchsetzen, dass immer ein deutscher Spieler auf dem Feld ist?

Ein Zwang ist ja nicht unbedingt notwendig. Wenn man ein starkes Team hat, aber nicht auf jeder Position einen guten Deutschen, dann muss nicht immer ein deutscher Spieler auf dem Feld stehen. Ich finde, dass die Deutschen alle genügend Spielzeit bekommen sollten, aber einen Deutschen nur aufgrund eines Zwanges einzusetzen obwohl ein Amerikaner vielleicht der bessere Spieler ist, wäre wiederum auch unsinnig. Ich würde es auf jeden Fall gut heißen, wenn jede Mannschaft zu mehr als 50% aus Deutschen bestehen würde. Es wäre ja einfach lächerlich, wenn eine deutsche Mannschaft keine deutschen Spieler im Team hätte oder sie nicht einsetzen würde.

Was kommt nach Dirk?

Ich bin gespannt, welche Spieler sich in nächster Zeit durchsetzen werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass es in Deutschland demnächst einige Talente geben wird, die den Sprung in die NBA schaffen. Vielleicht werden sie nicht so gut sein wie Nowitzki und eine weniger große Rolle in der NBA spielen, aber ich bin mir sicher, dass es auch nach ihm wieder einen Spieler aus Deutschland in der NBA geben wird. Im College haben wir ja Elias Harris, der im Moment auf einem guten Weg ist.


Menz-Team besiegt den Europameister

Die deutsche U17 Nationalmannschaft hat am zweiten Spieltag der Weltmeisterschaft in Hamburg nach dem Auftaktsieg gegen Kanada überraschend auch ihr zweites Gruppenspiel gewonnen. Gegen den amtierenden U16 Europameister Spanien gewann die DBB-Auswahl mit 74-64. Beste deutsche Werfer waren Bogdan Radoslavljevic mit 18 und Jakob Krumbeck mit 13 Punkten. Besnik Bekteshi, der beim Auftaktspiel gegen Kanada mit 27 Punkten der Matchwinnner war, kam gegen Spanien auf elf Punkte. Daniel Diez wurde mit 13 Punkten und zehn Rebounds der gefährlichste Mann auf Seiten der Spanier.

Die Entscheidung in dieser hart unkämpften Begegnung fiel am Anfang des vierten Viertels, als Krumbeck neun Punkte in Folge erzielte und den deutschen Vorsprung acht Minuten vor Spielende auf sieben Punkte anwachsen ließ. In der Folgezeit liefen die deutschen Dank Punkten von Radoslavljevic und Bekteshi nie mehr ernsthaft Gefahr das Spiel zu verlieren.

Nach zwei Erfolgen aus zwei Spielen hat die Mannschaft von Cheftrainer Frank Menz nun die besten Voraussetzungen das Viertelfinale dieses Turniers zu erreichen. Ein Sieg gegen die bisher ebenfalls noch ungeschlagenen Polen, bei gleichzeitigen Niederlagen anderer deutscher Gruppengegner, würde das Erreichen des Viertelfinales bereits perfekt machen. Im Falle einer Niederlage hat die deutsche Mannschaft am Dienstag gegen Australien eine weitere Möglichkeit in die K.O.-Runde der Weltmeisterschaft vorzudringen.


Knapper Auftakterfolg für die deutsche U17-Nationalmannschaft bei der WM

Die deutsche U-17 Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft in Hamberg mit einem hauchdünnen 69:68 Sieg gegen Kanada ins Turnier der besten zwölf Nachwuchsmannschaften gestartet. Der herausragende Akteur auf deutscher Seite war Besnik Bekteshi, der am Ende auf 27 Punkte, fünf Rebounds und drei Assists kam. Kapitän Anselm Hartmann markierte als einziger weiterer Deutscher mit 14 Zählern eine zweistellige Punktausbeute. Für die Kanadier zeigte sich Kevin Pangos mit 26 Punkten, fünf Rebounds und vier Assists in blendender Verfassung.

Die deutsche Mannschaft erwischte einen guten Start, doch die Kanadier ließen sich zu keiner Zeit des Spiels abschütteln. So stand es 107 Sekunden vor Schluss erneut unentschieden (64:64), ehe die beiden besten Deutschen nochmals ihre Klasse zeigten. Hartmann brachte die deutsche Mannschaft 1:28 vor Schlusspfiff durch ein Dreipunktespiel in Führung. Für die Kanadier hatte Kevin Pangos allerdings direkt im Gegenzug die passende Antwort parat. Den nächsten Angriff schloss Bekteshi mit zwei erfolgreichen Freiwürfen ab, sodass die Mannschaft von Frank Menz 52 Sekunden vor Ende wieder mit drei Punkten führte (69:66). Die Kanadier gaben sich daraufhin keinesfalls geschlagen und hatten nach zwei Punkten von Dyshawn Pierce und einem deutschen Fehlwurf 18 Sekunden vor der Sirene alle Trümphe in der Hand. Doch sie vergaben mehrere Möglichkeiten das Spiel zu gewinnen, sodass die deutsche Mannschaft am Ende einen knappen 69:68 Sieg im so wichtigen ersten Gruppenspiel dieser Weltmeisterschaft feiern durfte.

Nächster Gegner der DBB-Auswahl ist die Mannschaft aus Spanien. Der amtierende Europameister gewann seine Auftaktbegegnung gegen Südkorea mit 86:71. Somit steht die deutsche Mannschaft heute bereits vor einem echten Härtetest. Die weiteren Gruppengegner der Deutschen lauten Polen (Montag), Australien (Dienstag) und Südkorea (Mittwoch). 

 

 


wknD Spieler der Playoffs (Finale)

Anders als im vergangenen Jahr sind in diesem Jahr zwei deutsche Spieler ein entscheidender Faktor bei der Vergabe der Meisterschaft gewesen. Zwei Spieler aus verschiedenden Basketballgenerationen. Der eine ist 33 Jahre alt und hätte seine Karriere in diesem Jahr um einen Titel erweitern könnnen. Der andere ist 20 Jahre alt und der große Hoffnungsträger der deutschen Nationalmannschaft auf der Centerposition. Am Ende triumphierte die Jugend über die Erfahrung. Die wknD Rankings zum besten deutschen Spieler der Finalserie:

2. Pascal Roller (Frankfurt Skyliners):7,2 pps, 2,4 rps, 2,2 aps, 0,4 sps, 0,1 bps, FG 39%, 3P 42%, FT 91%

Pascal Roller gab alles für seine Mannschaft um sie, nach großen Rückständen, doch noch zum Titel zu führen. Am Ende wurde er zum tragischen Helden. Nachdem die Bamberger lange Zeit zweistellig geführt hatten, lief Pascal Roller am Ende des vierten Viertels nochmals heiß und erzielte in den letzten zwei Minuten neun Punkte. Beim Spielstand von 69:71 ging er für die Frankfurter an die Linie und traf den ersten. Vor dem zweiten Freiwurf hatte er alle seiner 15 Versuche in den Playoffs - inklusive zehn in der Finalserie – verwertet. Den so wichtigen zweiten Freiwurf verfehlte Roller und musste so zusehen wie die Bamberger sich kurze Zeit später zum Meister krönten. Insgesamt kam Roller auf 20 Punkte, fünf Rebouds und fünf Assists und machte in diesem so wichtigen Spiel seine beste Partie der Saison 2009/10. 

1. Tibor Pleiß (Brose Baskets Bamberg): 7,2 pps, 7,1 rps, 0,6 aps, 0,2 sps, 0,8 bps, FG 49%, 3P 0%, FT 75%

Im entscheidenden fünften Spiel machte Tibor Pleiß sein mit Abstand bestes Spiel dieser Finalserie. Wie Pascal Roller auf Frankfurter Seite, war auch Tibor Pleiß in der Crunch Time für sein Team zur Stelle. So erzielte der junge Center neun seiner zehn Punkte im Schlussabschnitt. Neben seiner starken Punktausbeute holte der Youngster zusätzlich zwölf Rebounds und blockte zwei Würfe. Gerade in der Defensive war der 2,15 Meter große Youngster nicht nur in diesem Spiel, sondern in der gesamten Serie der entscheidende Mann für die Bamberger auf dem Weg zur Meisterschaft. Nach dem Pokalsieg ist die deutsche Meisterschaft nun schon der zweite Titel für Pleiß in seinem ersten Jahr in Bamberg. In der Offseason wird Pleiß für die Nationalmannschaft spielen und wohl auch im entgültigen Kader für die Weltmeisterschaft stehen. So wird den Bambergern in der nächsten Saison ein Tibor Pleiß zur Verfügung stehen, der noch erfahrener auftrumphen wird als er es bereits in dieser BBL-Saison getan hat.



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