Dirk Nowitzki hat sich entschieden. Auch in diesem Sommer wird der NBA-Superstar nicht für die deutsche Nationalmannschaft spielen. Der 32-jährige, der in Dallas erst gestern seinen Vertrag um weitere vier Jahre verlängert hat, will sich, wie schon im letzten Jahr, voll und ganz auf seinen Verein konzentrieren. Dennoch kündigte Nowitzki an, bei der im nächsten Jahr in Litauen stattfindenden Europameisterschaft, erneut für die Nationalmannschaft auflaufen zu wollen und gemeinsam mit dem neu formierten Team die Qualifikation für die Olympischen Spiele von London zu realisieren.
Nach der Bronzemedaille im Jahr 2002 und der Viertelfinalteilnahme 2006 (65:85 Niederlage gegen die USA) muss die deutsche Nationalmannschaft nun wieder eine Weltmeisterschaft ohne ihren besten Spieler bestreiten. Mit der Absage von Dirk Nowizki wird die Teilnahme von NBA-All Star Chris Kaman ebenfalls sehr unwahrscheinlich. So werden die jungen deutschen Spieler wie Elias Harris, Robin Benzing und Tibor Pleiß, die in dieser Saison zu Stars in ihren jeweiligen Mannschaften gereift sind und bereits als potentielle NBA-Spieler gehandelt werden, bei der Weltmeisterschaft mehr Verantwortung übernehmen müssen als die meisten Experten erwartet hätten.
Denn bei der Vergabe der Wildcard an Deutschland hatten die Verantwortlichen wohl mit einer Teilnahme von Superstar Dirk Nowitzki und die damit in Verbindung stehende Teilnahme von Chris Kaman gerechnet. So wird die Weltmeisterschaft in der Türkei wahrscheinlich ein Turnier ohne die ganz großen Stars. Denn neben Dirk Nowitzki sagten bereits der argentinische Starspieler Manu Ginobili und der spanische NBA-Champion Pau Gasol ab. Und auch die Amerikaner werden vorraussichtlich nicht in Bestbesetzung auflaufen. Das neuformierte Startrio der Miami Heat - Lebron James, Dwayne Wade und Chris Bosh – hat bereits vor ihrer Vertragsunterzeichnung bzw. -verlängerung zu verstehen gegeben, dass eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft in diesem Sommer nicht oberste Priorität hat.
Die Vorrundengruppe der Deutschen ist mit Argentinien (28. August), Vizeeuropameister Serbien (29.), Australien (30.), Angola (1. September) und Jordanien (2.) keine leichte Gruppe. Doch Bundestrainer Dirk Bauermann ist dennoch überzeugt von seiner Mannschaft, auch wenn sie, wie im letzten Jahr, erneut ohne ihren Superstar antreten muss. ”Ja, das ist in der Tat eine schwere Gruppe. Das Erreichen der nächsten Runde, also ein Weiterkommen als Gruppenvierter, wäre schon ein großer Erfolg. Dazu muss man die im Vergleich zu Olympia noch stärker gewordenen Angolaner besiegen. Jordanien zu schlagen wird auch nicht einfach sein. Bei einer Weltmeisterschaft muss man bei einer jungen Mannschaft auch sehen, ob sie mit dem Druck zurechtkommt. Dennoch muss das Ziel sein die Vorrundengruppe zu überstehen und dann den Rest als Erfahrung mitzunehmen.”